Unterordnung

Mein neues Leben war ziemlich aufregend.

Es gab viele neue Dinge zu entdecken. Ich musste eine Menge lernen und mein geliebtes Frauchen brachte mir eine Menge tolle Sachen bei.

Allerdings fand ich manches auch ziemlich überflüssig z.B. sofort zu kommen wenn man gerufen wird, wo man doch noch wichtigeres zu erledigen hat. Aber Frauchen hatte dann immer ein besonderes Leckerchen , was auch nicht zu verachten war, oder ein prima Spiel zu bieten. Außerdem war es besser es sich nicht mit ihr zu verscherzen, man bekommt weniger Ärger wenn man brav ist und ich mochte es nicht wenn Frauchen schlecht gestimmt war wegen meines Ungehorsams.

Frauchen ging mit mir zusammen auf den Hundeplatz.

Klasse sag ich euch, so viele Kameraden mit denen man spielen konnte. Ich lernte Sozialverhalten wie die Menschen das ausdrücken. Unterordnung machten wir auch, das fand ich ziemlich doof, an der Leine neben Frauchen herzutrotten, aber sie hat es immer geschafft mich ganz lieb davon zu überzeugen das ich das alles können muss.

Sie wollte eine Prüfung mit mir machen, ich glaube sie nannte es Begleithundprüfung, also tat ich ihr den Gefallen und machte die blöden Übungen mit.

Na ja, Sitz, Platz, Fuß und Bleib kann ja nicht so verkehrt sein wenn man sich damit auskennt, wer weiß vielleicht braucht man es ja im weiteren Leben doch noch mal. So ungern hab ich es nun auch wieder nicht gemacht. Allerdings hat es auch manchmal Spass gemacht. Das Abrufen mochte ich, da konnte ich in vollem Galopp auf Frauchen zu rennen und mein Fell wehte in der Luft. Unser Ausbilder hat sich dann immer gefreut und seitdem bin ich „Max der fliegende Teppich“.

Manchmal sind wir mit ganz vielen Hunden in den Ort gegangen, wir haben gelernt wie man sich im Strassenverkehr verhält. Jogger, Radfahrer, Skater usw. durften wir nicht jagen, die meisten hat das auch nicht beeindruckt, mich auch nicht. Wir sind am Bahnhof gewesen und haben gelernt dass Züge laut sind aber uns nichts tun. Autos kannte ich ja schon, wir fahren damit ja immer zum Hundeplatz.

Das alles mussten wir können für unsere Begleithundprüfung.

Das es dann soweit war, konnte ich an Frauchens Aufregung merken, jetzt nur nichts falsch machen. Ich bin nicht so exakt bei Fuß gegangen, das mochte ich ja nie, aber sonst hab ich mir echt Mühe gegeben.

Die Freude war groß als wir die Prüfung bestanden haben. Ich habe ein leckeres Würstchen als Belohnung bekommen.

Ein Jahr später haben wir es noch mal versucht, diesmal wurde während der Prüfung geschossen, das fand ich nicht gut, ich bekam Angst und hab alles falsch gemacht. Wir sind durchgefallen. Mein Frauchen war aber nicht böse. Sie meinte es wäre den Versuch wert gewesen und geahnt habe sie ja schon das ich nicht schussfest sei. Ein Würstchen hab ich trotzdem bekommen.